Die Rebellion

ROTH, Joseph (2019): Die Rebellion. 2019.

Abstract

ROTH, Joseph: „Die Rebellion“, Berlin 2015
Das Original ist 1924, also vor bald 100 Jahren erschienen. Trotzdem hat es Nichts an Literarischem eingebüßt. Roth beschreibt einen überzeugten Patrioten. Er verherrlicht die Regierung und sieht als Optimist in allem nur Gutes. Selbst als er im Krieg ein Bein verliert und mit Krücken gehen muss sieht er es positiv. Er bekommt „von der Regierung“ einen Job in Form einer Lizenz zum Spielen mit einer Drehorgel. Auch wurde er mit einem Orden ausgezeichnet, ein Kreuz, das er stolz trägt und dass ihm auch hilft Respekt von Passanten zu bekommen und im Drehorgelgeschäft viele Spenden. Er kann ganz gut leben. Als ihm dann noch das Glück wiederfährt eine Frau, eine Witwe zu finden wird sein Leben noch kompletter. Sie hat ihn erwählt, weil „ein Mann gesetzten Alters, mit einem körperlichen Mangel“ wie ein „Vogel mit bereits gestutztem Gefieder, der leicht zu halten war und keiner aufregenden Disziplin mehr bedurfte.“ (Seite 27) Schlagartig ändert sich das durch eine Konfrontation in der Straßenbahn und ab da geht es bergab. Es kommt zum Streit und zu Handgreiflichkeiten. Die Lizenz wird ihm entzogen. Seine Ehefrau wirft ihn hinaus. Er kommt ins Gefängnis. Wieder frei verschafft ihm ein ehemaliger Zimmerkollege einen Job als Toilettenbetreuer. Er wird krank, verkommt und stirbt letztlich in seiner Toilette. Dabei träumt er ein Rebell zu sein. Er hadert auch mit Gott: „Gegen dich rebelliere ich. Nicht gegen jene. Du bist schuldig, nicht seine Schergen. Hast du Millionen Welten und weißt dir keinen Rat? Wie ohnmächtig ist deine Allmacht! Hast du Milliarden Geschäfte und irrst dich in den einzelnen? Was bist du für ein Gott? Ist deine Grausamkeit Weisheit, die wir nicht verstehen – wie mangelhaft hast du uns geschaffen!“ (Seite 100) Seine Lebenseinstellung hat sich grundlegend geändert. Roth versteht es ausgezeichnet diesen Veränderungsprozess aufzuzeigen. Er lässt im Zuge seines Wandels dem Proponenten sagen „Oder ich war krank im schlafenden Herzen. … Das Herz hält einen langen Schlaf, es tickt und tackt, aber es ist wie tot. Eigene Gedanken dachte mein armer Kopf nicht.“ (Seite 82)

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    Das Original ist 1924, also vor bald 100 Jahren erschienen. Trotzdem hat es Nichts an Literarischem eingebüßt. Roth beschreibt einen überzeugten Patrioten. Er verherrlicht die Regierung und sieht als Optimist in allem nur Gutes. Selbst als er im Krieg ein Bein verliert und mit Krücken gehen muss sieht er es positiv. Er bekommt „von der Regierung“ einen Job in Form einer Lizenz zum Spielen mit einer Drehorgel. Auch wurde er mit einem Orden ausgezeichnet, ein Kreuz, das er stolz trägt und dass ihm auch hilft Respekt von Passanten zu bekommen und im Drehorgelgeschäft viele Spenden. Er kann ganz gut leben. Als ihm dann noch das Glück wiederfährt eine Frau, eine Witwe zu finden wird sein Leben noch kompletter. Sie hat ihn erwählt, weil „ein Mann gesetzten Alters, mit einem körperlichen Mangel“ wie ein „Vogel mit bereits gestutztem Gefieder, der leicht zu halten war und keiner aufregenden Disziplin mehr bedurfte.“ (Seite 27) Schlagartig ändert sich das durch eine Konfrontation in der Straßenbahn und ab da geht es bergab. Es kommt zum Streit und zu Handgreiflichkeiten. Die Lizenz wird ihm entzogen. Seine Ehefrau wirft ihn hinaus. Er kommt ins Gefängnis. Wieder frei verschafft ihm ein ehemaliger Zimmerkollege einen Job als Toilettenbetreuer. Er wird krank, verkommt und stirbt letztlich in seiner Toilette. Dabei träumt er ein Rebell zu sein. Er hadert auch mit Gott: „Gegen dich rebelliere ich. Nicht gegen jene. Du bist schuldig, nicht seine Schergen. Hast du Millionen Welten und weißt dir keinen Rat? Wie ohnmächtig ist deine Allmacht! Hast du Milliarden Geschäfte und irrst dich in den einzelnen? Was bist du für ein Gott? Ist deine Grausamkeit Weisheit, die wir nicht verstehen – wie mangelhaft hast du uns geschaffen!“ (Seite 100) Seine Lebenseinstellung hat sich grundlegend geändert. Roth versteht es ausgezeichnet diesen Veränderungsprozess aufzuzeigen. Er lässt im Zuge seines Wandels dem Proponenten sagen „Oder ich war krank im schlafenden Herzen. … Das Herz hält einen langen Schlaf, es tickt und tackt, aber es ist wie tot. Eigene Gedanken dachte mein armer Kopf nicht.“ (Seite 82)
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