Erzählungen von der Alhambra

IRVING, Washington (2018): Erzählungen von der Alhambra. 2018.

Abstract

IRVING, Washington: „Erzählungen von der Alhambra“, München 1999
Irving, ein amerikanischer Diplomat und Reisender kam 1829 nach Granada und wohnte – was heute undenkbar ist – mehrere Monate in der Alhambra. Er schildert im vorliegenden Buch seine Eindrücke und Erfahrungen, erzählt aber auch Reiseeindrücke und Sagen.
Sind es einerseits Berichte aus einer anderen Zeit, so haben sich doch die Landschaftsschilderungen nicht verändert. Zwar fährt man heute mit dem Zug oder Auto durch die Gegend und damals ritt man am Pferd, aber das ändert Nichts an dem Erscheinungsbild. Heute noch sind die Hochebenen „ausgedehnte Strecken, die bis zum Horizont, soweit das Auge reicht mit Getreide bebaut sind.“ (Seite 18) Die Hochebene der Mancha, „deren Grenzen eines Menschen Auge nicht ermessen kann, beeindrucken gerade durch diese ihre Nacktheit und ihre Weite und haben etwas von der feierlichen Größe des Ozeans an sich.“ (Seite 19) Auch Granada könnte man heute noch so beschreiben: „Das alte Königreich Granada, an dessen Grenzen wir uns gerade befanden, ist eine der gebirgigsten Gegenden Spaniens. Gewaltige Sierras oder Bergketten, kahle und baumlose Hänge und Kare, aus farbigem Marmor und Granit durchzogen, recken ihre sonnenverbrannten und gedörrten Gipfel in einen ewig tiefblauen Himmel.“ (Seite 22)
Neben den ausführlichen Landschaftserzählungen berichtet Irving auch historisches und die Uneinnehmbarkeit der maurischen Festung Alhambra, in der er selbst wohnte. Er saß auf einem der Türme und sah in die wunderbare Landschaft hinaus. Von seinen einheimischen Mitbewohnern erzählt er und gibt so die Lebensgewohnheiten des 19. Jahrhunderts wider, wie auch den Verfall der Alhambra. Ergänzt wird das Buch durch Sagen rund um die arabische Herrschaft in Spanien. Auch fiel ihm – wie auch den heutigen Besuchern – auf, dass der Renaissancepalast von Karl V. nicht in das Ensemble der Alhambra passt und diese überragt und ihren Gesamteindruck zerstört.
Für den heutigen Besucher, der sich mit Tausenden Touristen durch die Räume drängen muss ist es nicht mehr vorstellbar, dass eine einzige Frau für die Aufsicht des königlichen Palastes verantwortlich war. Ja mehr noch, die Zimmer im Palast an Reisende vermietete. Schwermütig verabschiedet er sich nach mehreren Monaten aus Granada: „Behüt´dich Gott Granada, mein liebes Granada, nie mehr werde ich dich in diesem Leben wiedersehen …“ (Seite 378)

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    Irving, ein amerikanischer Diplomat und Reisender kam 1829 nach Granada und wohnte – was heute undenkbar ist – mehrere Monate in der Alhambra. Er schildert im vorliegenden Buch seine Eindrücke und Erfahrungen, erzählt aber auch Reiseeindrücke und Sagen.
    Sind es einerseits Berichte aus einer anderen Zeit, so haben sich doch die Landschaftsschilderungen nicht verändert. Zwar fährt man heute mit dem Zug oder Auto durch die Gegend und damals ritt man am Pferd, aber das ändert Nichts an dem Erscheinungsbild. Heute noch sind die Hochebenen „ausgedehnte Strecken, die bis zum Horizont, soweit das Auge reicht mit Getreide bebaut sind.“ (Seite 18) Die Hochebene der Mancha, „deren Grenzen eines Menschen Auge nicht ermessen kann, beeindrucken gerade durch diese ihre Nacktheit und ihre Weite und haben etwas von der feierlichen Größe des Ozeans an sich.“ (Seite 19) Auch Granada könnte man heute noch so beschreiben: „Das alte Königreich Granada, an dessen Grenzen wir uns gerade befanden, ist eine der gebirgigsten Gegenden Spaniens. Gewaltige Sierras oder Bergketten, kahle und baumlose Hänge und Kare, aus farbigem Marmor und Granit durchzogen, recken ihre sonnenverbrannten und gedörrten Gipfel in einen ewig tiefblauen Himmel.“ (Seite 22)
    Neben den ausführlichen Landschaftserzählungen berichtet Irving auch historisches und die Uneinnehmbarkeit der maurischen Festung Alhambra, in der er selbst wohnte. Er saß auf einem der Türme und sah in die wunderbare Landschaft hinaus. Von seinen einheimischen Mitbewohnern erzählt er und gibt so die Lebensgewohnheiten des 19. Jahrhunderts wider, wie auch den Verfall der Alhambra. Ergänzt wird das Buch durch Sagen rund um die arabische Herrschaft in Spanien. Auch fiel ihm – wie auch den heutigen Besuchern – auf, dass der Renaissancepalast von Karl V. nicht in das Ensemble der Alhambra passt und diese überragt und ihren Gesamteindruck zerstört. 
    Für den heutigen Besucher, der sich mit Tausenden Touristen durch die Räume drängen muss ist es nicht mehr vorstellbar, dass eine einzige Frau für die Aufsicht des königlichen Palastes verantwortlich war. Ja mehr noch, die Zimmer im Palast an Reisende vermietete. Schwermütig verabschiedet er sich nach mehreren Monaten aus Granada: „Behüt´dich Gott Granada, mein liebes Granada, nie mehr werde ich dich in diesem Leben wiedersehen …“ (Seite 378)
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