Naht das Ende des Priestermangels? Ein Lösungsmodell

ZULEHNER, Paul M. (2019): Naht das Ende des Priestermangels? Ein Lösungsmodell. 2019.

Abstract

ZULEHNER, Paul M.: „Naht das Ende des Priestermangels? Ein Lösungsmodell“, Ostfildern 2019
Zulehner war in der katholischen Kirche immer schon ein Vorausdenker oder man kann auch sagen „Revolutionär“. Ich traf ihn bei einer Abendessenseinladung und er schenkte mir nachher dieses Buch. Es geht hier um zwei Ereignisse: Einerseits um die Vorgangsweise von Papst Franziskus zum Thema „verheiratete Priester“ und seiner Amazonaskonferenz und andererseits um ein Modell, wie man neben den traditionellen Priestern Laienpriester installieren könnte. Ein Modell, das sich „Lobinger-Modell“ nennt. Lobinger war ein Bischof in Südafrika. Zulehner hat an diesem Modell mitgearbeitet und sieht – so schreibt er im Buch – eine Überschneidung zwischen den Ideen des Papstes und diesem Modell. Letzterer sagte in einem Interview, dass er sich Laienpriester in entlegenen Gegenden (far far away) vorstellen kann. Die Konservativen in der Kirche riechen da aber bereits die generelle Änderung, denn wenn etwas in der Ferne funktioniert, kann man es auch im Kernland Europa einsetzen. Der Papst hatte die Teilnehmer der Amazonas-Konferenz aber aufgefordert „mutige Vorschläge“ zu machen
Lobinger und seine Mitstreiter haben so ein Modell erarbeitet. Sie sehen eine grundlegende Veränderung von der „Dienstleistungskirche“ zu einer, die von den Pfarrteilnehmern selbst organisiert und gestaltet wird. Ein gesellschaftlicher Trend, wie wir ihn heute in vielen Bereichen haben. Man baut Möbel selbst zusammen (IKEA), bucht sein Ticket selbst und zahlt im Supermarkt an einer automatischen Kassa. So wird sich auch die Kirche selbst verwalten und organisieren müssen, wozu aber eine gute Gemeinschaft notwendig ist.
Ein weiterer Aspekt, der gesellschaftlich im Kommen ist: Teamarbeit. Die Funktion eines heutigen Priesters soll auf mehrere Personen aufgeteilt werden und freiwillig gemacht werden. Auch Mobilität wird gefragt sein. Solche „Laienpriester“ sollen aus der Gemeinde selbst hervorgehen und vom Volk gewählt sein und nur für eine gewisse Periode das Amt innehaben.
Das heißt aber nicht, dass es die traditionellen Priester nicht mehr geben wird. Diese werden weiter bestehen, aber anders organisiert sein. Sie werden in Gemeinschaften leben und größere Gebiete betreuen. Sie unterstehen dem Bischof (Laienpriester nicht). Neben pfarrlichen Aufgaben werden sie auch für die Evaluierung der Laienpriester zuständig sein. Diesen neuen Priestertyp nennt Lobinger „Team of Elders“. Sie sind von einer Gemeinde gewählt und werden praxisorientiert ausgebildet, um den Priesterdienst ausüben zu können. Sie werden geweiht sein und können verheiratet sein.
Diese beiden Typen sind ähnlich der orthodoxen Kirche, wo Pfarrer verheiratet sind und Familie haben, aber Bischöfe und Mönche zölibat leben.
Interessant auch, dass bei der Definition der „Team of Elders“ keine Geschlechtsangabe steht. Das können demnach Frauen oder Männer sein, wobei Frauen in der heutigen Kirche auch stärker engagiert sind. Ein schöner Spruch zum Schluss:
„Wir sind nicht auf Erden, um in den Himmel zu kommen,
sondern dass der Himmel jetzt zu uns kommt.“ (Seite 40/41)
Verwalten werden wir Menschen diesen Himmel aber zunehmend selbst müssen.

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    Lobinger und seine Mitstreiter haben so ein Modell erarbeitet. Sie sehen eine grundlegende Veränderung von der „Dienstleistungskirche“ zu einer, die von den Pfarrteilnehmern selbst organisiert und gestaltet wird. Ein gesellschaftlicher Trend, wie wir ihn heute in vielen Bereichen haben. Man baut Möbel selbst zusammen (IKEA), bucht sein Ticket selbst und zahlt im Supermarkt an einer automatischen Kassa. So wird sich auch die Kirche selbst verwalten und organisieren müssen, wozu aber eine gute Gemeinschaft notwendig ist.
    Ein weiterer Aspekt, der gesellschaftlich im Kommen ist: Teamarbeit. Die Funktion eines heutigen Priesters soll auf mehrere Personen aufgeteilt werden und freiwillig gemacht werden. Auch Mobilität wird gefragt sein. Solche „Laienpriester“ sollen aus der Gemeinde selbst hervorgehen und vom Volk gewählt sein und nur für eine gewisse Periode das Amt innehaben.
    Das heißt aber nicht, dass es die traditionellen Priester nicht mehr geben wird. Diese werden weiter bestehen, aber anders organisiert sein. Sie werden in Gemeinschaften leben und größere Gebiete betreuen. Sie unterstehen dem Bischof (Laienpriester nicht). Neben pfarrlichen Aufgaben werden sie auch für die Evaluierung der Laienpriester zuständig sein. Diesen neuen Priestertyp nennt Lobinger „Team of Elders“. Sie sind von einer Gemeinde gewählt und werden praxisorientiert ausgebildet, um den Priesterdienst ausüben zu können. Sie werden geweiht sein und können verheiratet sein.
    Diese beiden Typen sind ähnlich der orthodoxen Kirche, wo Pfarrer verheiratet sind und Familie haben, aber Bischöfe und Mönche zölibat leben. 
    Interessant auch, dass bei der Definition der „Team of Elders“ keine Geschlechtsangabe steht. Das können demnach Frauen oder Männer sein, wobei Frauen in der heutigen Kirche auch stärker engagiert sind. Ein schöner Spruch zum Schluss:
    „Wir sind nicht auf Erden, um in den Himmel zu kommen,
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