Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam

ZWEIG, Stefan: Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam. 2016.

Abstract

ZWEIG, Stefan: „Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam“, Frankfurt 2014
Eine herausragende Persönlichkeit – beschrieben von einem großartigen Dichter. Noch dazu in einer Zeit, wo es ein Internet gab und man nicht Informationen googeln konnte. Trotzdem hat Zweig das Leben und die Werke des Theologen Erasmus zusammengetragen und als Vorbild für Europa hingestellt.
Erasmus stammte aus ärmlichen Verhältnissen und wurde Mönch in einem Kloster. Das Klosterleben war ihm zu eng und er fand Weg auszubrechen. Zwar war er sein ganzes Leben Mönch, hat aber nur wenig im Kloster gelebt. Er hat die Welt kennengelernt und war mehr Humanist als Theologe. Er erarbeitete sich seine Position und seine Freiheit schwer. Erst nach seinem 40. Lebensjahr bekam er Anerkennung und wurde verehrt und beschenkt. Er wurde zum Vorbild der Gesellschaft und viele der damaligen berühmten Maler haben ihn auf eine Leinwand gemalt.
Als überzeugter und für den Frieden kämpfender Pazifist stellt er auch klar, dass im Krieg fast immer „die ganze Last auf die Unschuldigen, auf das arme Volk“ (Seite 87) fällt. Wie diese Aussage auch in die heutige Zeit passt!
Im Rahmen der Europäischen Union gibt der Name Erasmus auch den Titel für ein Studentenprogramm. „Erasmus und die Erasmiker meinen, das Menschliche im Menschen könne nur gesteigert werden vermittels der Bildung und des Buches.“ (Seite 94)
Er war ein Vordenker der Idee einer Europäischen Union. Er Gehässigkeiten zwischen den europäischen Völkern verabscheute er und meinte „Die ganze Welt ist ein gemeinsames Vaterland.“ (Seite 85) Eine Friedensidee wie wir sie heute mehr denn je brauchen.
Er will und wollte sich nie festlegen und so kam er zwischen die Fronten der Paptisten und Protestanten. In seiner Heimat wurde er angefeindet und so verlässt er die Stadt und zieht nach Basel, wo er in Ruhe rein wissenschaftlich arbeiten kann, aber auch da ereilt ihn die Herausforderung und es kommt zu einem Abschlag mit Martin Luther. Einem Diskurs, dem er nur unwillig folgt. Als er sich dann mit Martin Luther anlegt muss er sich geschlagen geben. Er muss auch Basel verlassen und zieht ins österreichische Freiburg um letztlich zum Sterben nach Basel zurückzukommen.
Zweig macht im letzten Kapitel „Das Vermächtnis des Erasmus“ einen Blick in die Zukunft. Noch im Sterbejahr von Erasmus wird in Florenz die Regel von Machiavelli festgeschrieben, die in eine andere Richtung als Erasmus geht – weg vom Friedlichen. Es dauert lange bis wieder friedliebende Menschen kommen: Gandhi oder Tolstoi und in der Zeit nach diesem Buch die Europäische Union, die mit Frieden den Kontinent schützen will.

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    Erasmus stammte aus ärmlichen Verhältnissen und wurde Mönch in einem Kloster. Das Klosterleben war ihm zu eng und er fand Weg auszubrechen. Zwar war er sein ganzes Leben Mönch, hat aber nur wenig im Kloster gelebt. Er hat die Welt kennengelernt und war mehr Humanist als Theologe. Er erarbeitete sich seine Position und seine Freiheit schwer. Erst nach seinem 40. Lebensjahr bekam er Anerkennung und wurde verehrt und beschenkt. Er wurde zum Vorbild der Gesellschaft und viele der damaligen berühmten Maler haben ihn auf eine Leinwand gemalt. 
    Als überzeugter und für den Frieden kämpfender Pazifist stellt er auch klar, dass im Krieg fast immer „die ganze Last auf die Unschuldigen, auf das arme Volk“ (Seite 87) fällt. Wie diese Aussage auch in die heutige Zeit passt!
    Im Rahmen der Europäischen Union gibt der Name Erasmus auch den Titel für ein Studentenprogramm. „Erasmus und die Erasmiker meinen, das Menschliche im Menschen könne nur gesteigert werden vermittels der Bildung und des Buches.“ (Seite 94)
    Er war ein Vordenker der Idee einer Europäischen Union. Er Gehässigkeiten zwischen den europäischen Völkern verabscheute er und meinte „Die ganze Welt ist ein gemeinsames Vaterland.“ (Seite 85) Eine Friedensidee wie wir sie heute mehr denn je brauchen.
    Er will und wollte sich nie festlegen und so kam er zwischen die Fronten der Paptisten und Protestanten. In seiner Heimat wurde er angefeindet und so verlässt er die Stadt und zieht nach Basel, wo er in Ruhe rein wissenschaftlich arbeiten kann, aber auch da ereilt ihn die Herausforderung und es kommt zu einem Abschlag mit Martin Luther. Einem Diskurs, dem er nur unwillig folgt. Als er sich dann mit Martin Luther anlegt muss er sich geschlagen geben. Er muss auch Basel verlassen und zieht ins österreichische Freiburg um letztlich zum Sterben nach Basel zurückzukommen.
    Zweig macht im letzten Kapitel „Das Vermächtnis des Erasmus“ einen Blick in die Zukunft. Noch im Sterbejahr von Erasmus wird in Florenz die Regel von Machiavelli festgeschrieben, die in eine andere Richtung als Erasmus geht – weg vom Friedlichen. Es dauert lange bis wieder friedliebende Menschen kommen: Gandhi oder Tolstoi und in der Zeit nach diesem Buch die Europäische Union, die mit Frieden den Kontinent schützen will.
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