Wind Sand und Sterne

Saint-Exupéry, Antoine (2019): Wind Sand und Sterne. 2019.

Abstract

Saint-Exupéry, Antoine: „Wind Sand und Sterne“, Düsseldorf 1956
Manchmal ist es gut wieder ein älteres Buch zu lesen. Da haben Autoren – wie Exupéry – Aussagen getätigt, die auch heute noch Gültigkeit haben:
„Wir denken, dass die Maschine den Menschen erdrückt und zerstört – wohl nur, weil wir noch zu wenig abstand haben, um die Wirkungen einer so plötzlichen Umstellung zu überblicken. Was sind die hundert Jahre des Zeitalters der Maschine gemessen an den zweihunderttausend Jahren der Menschheitsgeschichte? Wir sind erst noch dabei, in dem Lande der tiefen Schächte und der riesigen Kraftwerke heimisch zu werden. Wir sind eben erst in das noch unvollendete Haus eingezogen. Alles hat sich um uns so schnell geändert, die Beziehungen von Mensch zu Mensch wie die Gesetze von Arbeit und Sitte. Sogar unsere geistigen Wertmaßstäbe sind in ihren tiefsten Tiefen erschüttert. Noch bedeuten Worte Trennung, Fernsein, Entfernung, Heimkehr dasselbe wie früher und enthalten doch nicht mehr dieselben Gegebenheiten. Um die Welt von heute zu deuten, gebrauchen wir eine Sprache, die für die Welt von gestern geschaffen wurde. Darum scheint uns auch das Leben der Vergangenheit naturgemäßer zu sein, nur weil es unserer Sprache gemäßer ist.
Wir sind junge Wilde und staunen über unsere neuen Spielsachen. Die Wettflüge haben keinen anderen Sinn. Einer steigt am höchsten, einer saust am schnellsten, wir aber wissen schon nicht mehr, warum wir sie steigen und sausen lassen. Für den Augenblick ist das Wettrennen wichtiger als sein Gegenstand.
… So haben auch wir im Fortschrittsrausch die Menschen dazu gezwungen, an Eisenbahnen, Werkbauten und Tiefbohrungen Dienst zu tun, und haben darüber ziemlich vergessen, dass alle diese Anlagen nur geschaffen wurden, um den Menschen zu dienen.“
Der Autor war Pionier in der Luftfahrt und darum handelt es sich in diesem Buch, obwohl viel Lebensweisheit hineinverpackt ist.
Er beschreibt wie sie früher gefährlich Strecken geflogen sind, wie der Zusammenhalt der Piloten war und wie sie oft den Naturgewalten trotzen mussten. Speziell beeindruckt hatte ihn – und das nimmt einen prominenten Platz im Buch ein – die Wüste und die Oasen. Ein Schlüsselerlebnis für ihn war eine Bruchlandung in der Wüste, ohne zu wissen wo sie waren. Fast wäre er dabei mit seinem Mechaniker gestorben. Er ging an die Grenzen des Menschlichen und wurde – wie durch ein Wunder gerettet. Bei aller Hingabe zur Technik sieht er in seinem Flugzeug keinen „Zweck, sondern ein Werkzeug, ein Gerät nicht anders als der Pflug.“ (Seite 47) In all seiner Technikgläubigkeit stellt der Mensch eine wichtige Rolle dar.
Man sollte öfter auf ältere Bücher zurückgreifen um zu erkennen, dass sich der Kern des Denkens nicht verändert hat.

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    Manchmal ist es gut wieder ein älteres Buch zu lesen. Da haben Autoren – wie Exupéry – Aussagen getätigt, die auch heute noch Gültigkeit haben:
    „Wir denken, dass die Maschine den Menschen erdrückt und zerstört – wohl nur, weil wir noch zu wenig abstand haben, um die Wirkungen einer so plötzlichen Umstellung zu überblicken. Was sind die hundert Jahre des Zeitalters der Maschine gemessen an den zweihunderttausend Jahren der Menschheitsgeschichte? Wir sind erst noch dabei, in dem Lande der tiefen Schächte und der riesigen Kraftwerke heimisch zu werden. Wir sind eben erst in das noch unvollendete Haus eingezogen. Alles hat sich um uns so schnell geändert, die Beziehungen von Mensch zu Mensch wie die Gesetze von Arbeit und Sitte. Sogar unsere geistigen Wertmaßstäbe sind in ihren tiefsten Tiefen erschüttert. Noch bedeuten Worte Trennung, Fernsein, Entfernung, Heimkehr dasselbe wie früher und enthalten doch nicht mehr dieselben Gegebenheiten. Um die Welt von heute zu deuten, gebrauchen wir eine Sprache, die für die Welt von gestern geschaffen wurde. Darum scheint uns auch das Leben der Vergangenheit naturgemäßer zu sein, nur weil es unserer Sprache gemäßer ist.
    Wir sind junge Wilde und staunen über unsere neuen Spielsachen. Die Wettflüge haben keinen anderen Sinn. Einer steigt am höchsten, einer saust am schnellsten, wir aber wissen schon nicht mehr, warum wir sie steigen und sausen lassen. Für den Augenblick ist das Wettrennen wichtiger als sein Gegenstand. 
    … So haben auch wir im Fortschrittsrausch die Menschen dazu gezwungen, an Eisenbahnen, Werkbauten und Tiefbohrungen Dienst zu tun, und haben darüber ziemlich vergessen, dass alle diese Anlagen nur geschaffen wurden, um den Menschen zu dienen.“
    Der Autor war Pionier in der Luftfahrt und darum handelt es sich in diesem Buch, obwohl viel Lebensweisheit hineinverpackt ist.
    Er beschreibt wie sie früher gefährlich Strecken geflogen sind, wie der Zusammenhalt der Piloten war und wie sie oft den Naturgewalten trotzen mussten. Speziell beeindruckt hatte ihn – und das nimmt einen prominenten Platz im Buch ein – die Wüste und die Oasen. Ein Schlüsselerlebnis für ihn war eine Bruchlandung in der Wüste, ohne zu wissen wo sie waren. Fast wäre er dabei mit seinem Mechaniker gestorben. Er ging an die Grenzen des Menschlichen und wurde – wie durch ein Wunder gerettet. Bei aller Hingabe zur Technik sieht er in seinem Flugzeug keinen „Zweck, sondern ein Werkzeug, ein Gerät nicht anders als der Pflug.“ (Seite 47) In all seiner Technikgläubigkeit stellt der Mensch eine wichtige Rolle dar.
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