Die Box

GRASS Günter: Die Box. 2009.

Abstract

GRASS, Günter: „Die Box“, Göttingen 2008
Eigentlich wollte ich schon wieder aufhören zu lesen, bevor ich noch begonnen hatte. Da ließ der berühmt gewordene Dichter seine Kinder auf ein Tonband reden und nannte das ein eigenes, neues Buch. Input gab es ja genug, weil er acht Kinder und fünf Frauen hatte, die hier nochmals zu Wort kamen. Jeweils bei einem anderen Geschwister trafen sie sich, aßen gemeinsam und stellten das Tonband in die Mitte. Mit zunehmendem Lesen wurde es aber interessanter und die Art des Romans oder Erzählung interessanter. Den Rahmen bot eine Frau, von der man nicht weiß ob er ein Verhältnis mit ihr hatte, die ihn aber den größten Teil seines Lebens begleitete. Mariechen, eine verwitwete Fotografin. Mit einer alten 6x9 Agfa Box fotografierte sie für ihn. Die Kindererzählungen kreisen immer wieder über diesen Fotoapparat und Mariechen. So wird das Buch auch irgendwie ein Märchen, denn diese einfache Kamera kann in die Vergangenheit und in die Zukunft schauen. Mariechen fotografierte Kinder und stellte sie in die Zukunft. Für den Dichter lieferte sie so historisches Material, das er für seine Bücher verwerten konnte. Wie ein Märchen endet auch die Geschichte um Mariechen: sie wird von einem Sturm in den Himmel hinaufgezogen. Wie Marias Himmelfahrt. Nur der Fotoapparat – die Box-, und die Socken und Schuhe fielen wieder herunter.
(Fieberbrunn, 01.03.2009)

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