Hoch oben. Eine Reise durch den Himalaya

Erika Fatland: Hoch oben. Eine Reise durch den Himalaya. 2021.

Abstract

FATLAND, Erika: „Hoch oben. Eine Reise durch den Himalaya“, Berlin 2021
„Wenn Jemand eine Reise tut, dann hat er was zum Erzählen“. Dieses Sprichwort ist für die Autorin des vorliegenden Buches zu wenig. Sie reiste allein durch alle Länder entlang des Himlaya. Sie ist eine Abenteuerin. Als ich sie bei den Europäischen Literaturtagen kennenlernen durfte, stand mir eine bescheidene junge Frau gegenüber. Man würde nicht vermuten, was sie alles erlebt hat. Auch in ihren Erzählungen wirkt sie bescheiden, aber ihr Buch quillt über von Neuigkeiten, Abenteuern und Erlebnissen. Die Länge der Reise – sie war ein Jahr lang unterwegs – schlägt sich auch im Umfang des Buches nieder: über 600 Seiten, die auf den Leser aber nicht langweilig wirken. Packend führt sie durch die verschiedenen Länder und gibt persönliche Erlebnisse wieder. Man fällt beim Lesen von einer Überraschung in die nächste. Man erlebt verschiedene Welten. Faitland meinte, dass sie 5 Länder bereiste, aber viele Kulturen erlebte. In fast jedem Tal eröffnete sich eine andere Lebensweise.
Man kommt durch Teeplantagen und vergangene Königreiche, die in angrenzente Länder wie Indien, Pakistan oder China aufgegangen sind. Viele der Grenzen sind noch nicht geklärt und auf der Landkarte strichliert eingezeichnet. Wichtig sind der Autorin die Menschen. Mit vielen hat sie Kontakt. Jeder Kontakt ergibt eine schöne Geschichte. Ob es sich um eine Prinzessin, eine Chauffeur oder einen Manager einer Plantage handelt: sie erzählen, wie sie leben.
Auch in die abgelegenen Täler kommen die neuen Technologien. Es „bahnen sich neue Straßen ihren Weg wie Lindwürmer aus schwarzem Asphalt, auf deren Rücken die Modernität reitet. Ich hatte es gesehen. Ich hatte die Abwanderung der Menschen gesehen und die Mobiltelefone, die in den Bergdörfern des Himalaya mit demgleichen verlockenden, öden Schein in dunklen Abenden leuchten wie überall, wo sich Jugendliche treffen. Alles verändert sich, immer. Das Kleine wird vom Großen geschluckt, kleine Königreiche verschwinden, enge geschlossene Täler öffnen sich, und die Welt strömt hinein, hier wie überall. In einem solchen Tal stoßen die Interessen eines Weltimperiums brutal auf die Interessen eines anderen, und was geschieht dann mit den Menschen, die in diesem Tal leben? … Das Kleine wird vom Großen geschluckt, aber das Kleine lebt weiter.“ (Seite 628/629) Aber trotz allem Eindringen von Modernität konnte Erika Fatland in abgelegenen Tälern, wo keine normalen Touristen hinkommen, noch das Ursprüngliche erleben und sehen. Kathmandu war, als ich Anfang der 1970er Jahre dort war noch ein unterentwickeltes Dorf. Die Landebahn des Flughafens war noch eine Wiese. Heute ist es eine moderne Stadt. Die Autorin ist aber hinaus gegangen in die kleinen und entlegenen Dörfer, um noch die alte Tradition einzufangen, solange es sie noch gibt. Großartig! Es ist ein dickes Buch, aber keine Seite ist zu viel.

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    Man kommt durch Teeplantagen und vergangene Königreiche, die in angrenzente Länder wie Indien, Pakistan oder China aufgegangen sind. Viele der Grenzen sind noch nicht geklärt und auf der Landkarte strichliert eingezeichnet. Wichtig sind der Autorin die Menschen. Mit vielen hat sie Kontakt. Jeder Kontakt ergibt eine schöne Geschichte. Ob es sich um eine Prinzessin, eine Chauffeur oder einen Manager einer Plantage handelt: sie erzählen, wie sie leben.
    Auch in die abgelegenen Täler kommen die neuen Technologien. Es „bahnen sich neue Straßen ihren Weg wie Lindwürmer aus schwarzem Asphalt, auf deren Rücken die Modernität reitet. Ich hatte es gesehen. Ich hatte die Abwanderung der Menschen gesehen und die Mobiltelefone, die in den Bergdörfern des Himalaya mit demgleichen verlockenden, öden Schein in dunklen Abenden leuchten wie überall, wo sich Jugendliche treffen. Alles verändert sich, immer. Das Kleine wird vom Großen geschluckt, kleine Königreiche verschwinden, enge geschlossene Täler öffnen sich, und die Welt strömt hinein, hier wie überall. In einem solchen Tal stoßen die Interessen eines Weltimperiums brutal auf die Interessen eines anderen, und was geschieht dann mit den Menschen, die in diesem Tal leben? … Das Kleine wird vom Großen geschluckt, aber das Kleine lebt weiter.“ (Seite 628/629) Aber trotz allem Eindringen von Modernität konnte Erika Fatland in abgelegenen Tälern, wo keine normalen Touristen hinkommen, noch das Ursprüngliche erleben und sehen. Kathmandu war, als ich Anfang der 1970er Jahre dort war noch ein unterentwickeltes Dorf. Die Landebahn des Flughafens war noch eine Wiese. Heute ist es eine moderne Stadt. Die Autorin ist aber hinaus gegangen in die kleinen und entlegenen Dörfer, um noch die alte Tradition einzufangen, solange es sie noch gibt. Großartig! Es ist ein dickes Buch, aber keine Seite ist zu viel.
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