Überbau und Underground. Die sozialpartnerschaftliche Ästhetik

MENASSE Robert: Überbau und Underground. Die sozialpartnerschaftliche Ästhetik. 2010.

Abstract

MENASSE, Robert: "Überbau und Underground. Die sozialpartnerschaftliche Ästhetik“, Berlin 1997
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte es den Anschein, dass österreichische Literaten die deutsche Schreibszene beherrschen. Menasse setzte sich mit dem in einer Vorlesung in Amerika auseinander. Daraus wurde dann später ein Buch. Ein Buch, das sich mit dem „österreichischen“ der österreichischen Literatur auseinandersetzt.
Menasse führt das Besondere auf die Sozialpartnerschaft Österreichs zurück. Die Sozialpartnerschaft „produziert den Schein einer harmonischen Geschlossenheit, wobei die wirklichen gesellschaftlichen Interessensgegensätze und Konflikte ausgeblendet werden, und es produziert den Schein einer gesellschaftlichen Zersplitterung, wobei das Zustandekommen des gesellschaftlichen Zusammenhangs völlig im Dunklen bleibt.“ (Seite 28)
Der Autor geht sehr hart und kritisch mit der österreichischen Politik und dem österreichischen Publikum um: „Die Verhältnisse hierzulande sind banausisch, kunstfeindlich und geisttödent“ (Seite 176) Wenngleich er an anderer Stelle zugeben muss, dass es in keinem anderen Land der Welt so viele kunstproduzierende Menschen gibt als in Österreich.
Menasse entwickelt 3 Thesen:
1. Kunst hat in Österreich einen hohen Stellenwert und ein niedriges Niveau. Es fehlt an einer kunstinteressierten Öffentlichkeit. Die Politik übernimmt die Funktion der Öffentlichkeit im Bereich Kunst.
2. Die Rolle des Adressaten für Künstler hat der Staat übernommen, weil die interessierte Öffentlichkeit fehlt.
3. Es kommt zu zeitverschobenen und verspäteten Auseinandersetzungen mit Kunst. Künstler werden populär und anerkannt, wenn ihre Kunst nicht mehr aktuell ist.
(Prishtina, 04.02.2010)

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    Menasse führt das Besondere auf die Sozialpartnerschaft Österreichs zurück. Die Sozialpartnerschaft „produziert den Schein einer harmonischen Geschlossenheit, wobei die wirklichen gesellschaftlichen Interessensgegensätze und Konflikte ausgeblendet werden, und es produziert den Schein einer gesellschaftlichen Zersplitterung, wobei das Zustandekommen des gesellschaftlichen Zusammenhangs völlig im Dunklen bleibt.“ (Seite 28)
    Der Autor geht sehr hart und kritisch mit der österreichischen Politik und dem österreichischen Publikum um: „Die Verhältnisse hierzulande sind banausisch, kunstfeindlich und geisttödent“ (Seite 176) Wenngleich er an anderer Stelle zugeben muss, dass es in keinem anderen Land der Welt so viele kunstproduzierende Menschen gibt als in Österreich.
    Menasse entwickelt 3 Thesen:
    1. Kunst hat in Österreich einen hohen Stellenwert und ein niedriges Niveau. Es fehlt an einer kunstinteressierten Öffentlichkeit. Die Politik übernimmt die Funktion der Öffentlichkeit im Bereich Kunst.
    2. Die Rolle des Adressaten für Künstler hat der Staat übernommen, weil die interessierte Öffentlichkeit fehlt.
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