Väter und Söhne

TURGENJEW, Iwan: Väter und Söhne. 2007.

Abstract

TURGENJEW, Iwan: Väter und Söhne
Die Tageszeitung „Presse“ stellt am Samstag in einer Rubrik Persönlichkeiten vor und diese sagen „Was ich gerade lese“. So schrieb die Chefin der Österreichischen Nationalbibliothek – eine großartige Frau – über Turgenjews „Väter und Söhne“.
Ein ganzes Regal russischer Literatur „ruht“ im unteren Wohnzimmer und wartet gelesen zu werden. Ich denke, da muss ich älter dazu sein, um die schwere Literatur zu verkraften. Auf diese Empfehlung hin nahm ich das Buch von Turgenjew. Nun weiß ich, dass ich nicht warten muss, bis ich älter bin.
Die verstorbene Ehefrau bringt eine stärkere Bindung zum Sohn, zum gemeinsamen Kind. Der Sohn wird ein Mann; kommt vom abgeschlossenen Studium aus der Hauptstadt St.Petersburg auf Land zurück. Der Vater erwartet einen Freund, einen Mitstreiter in der Einsamkeit der Provinz. Der Sohn hat seinen Freund mit. Einen jungen Mann, wie ihn sich der Vater vielleicht nicht gewünscht hat. Die beiden jungen Männer genießen die Freiheit nach dem Studium. Sie lernen zwei Frauen kennen. Arkadij – der Sohn – verliebt sich in eine Frau, die ihn aber nicht beachtet und ihre Liebe dem Freund – Basarow – schenkt. Arkadij tröstet sich in der jüngeren Schwester, die die Rolle der Trösterin auch annimmt.
Zwei Väter und zwei Söhne werden parallel dargestellt. Unterschiedlich ihr Verhalten, wie eben die Welt ist. Ein Stück Menschengeschichte aus dem russischen 19. Jahrhundert.
Für Turgenjew ist Puschkin eine Jugendliteratur. Eine überholte Schreibweise. Er lässt Basarow über den Vater Arkadij sagen „Vorgestern sah ich, dass er Puschkin las.“ „Mach ihm doch bitte klar, dass so etwas einfach nicht mehr geht. Er ist schließlich kein Junge mehr; höchste Zeit, so einen Quatsch zu lassen. Kann es ihm den Spaß machen, in der heutigen Zeit Romantiker zu sein? Gib ihm etwas Gescheiteres zu lesen. … Büchners „Kraft und Stoff“ fürs erste.“ Für uns im 21. Jahrhundert sind beide alt. Aus der Zeit heraus betrachtet fühlt sich aber der eine progressiv und modern.
„Die Zeit fliegt manchmal wie ein Vogel – das ist bekannt – und kriecht manchmal wie ein Wurm; besonders wohl aber ist es dem Menschen, wenn er nicht einmal bemerkt, ob sie schnell oder gemessen vorüber geht.“
(11.04.2007)

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    Ein ganzes Regal russischer Literatur „ruht“ im unteren Wohnzimmer und wartet gelesen zu werden. Ich denke, da muss ich älter dazu sein, um die schwere Literatur zu verkraften. Auf diese Empfehlung hin nahm ich das Buch von Turgenjew. Nun weiß ich, dass ich nicht warten muss, bis ich älter bin.
    Die verstorbene Ehefrau bringt eine stärkere Bindung zum Sohn, zum gemeinsamen Kind. Der Sohn wird ein Mann; kommt vom abgeschlossenen Studium aus der Hauptstadt St.Petersburg auf Land zurück. Der Vater erwartet einen Freund, einen Mitstreiter in der Einsamkeit der Provinz. Der Sohn hat seinen Freund mit. Einen jungen Mann, wie ihn sich der Vater vielleicht nicht gewünscht hat. Die beiden jungen Männer genießen die Freiheit nach dem Studium. Sie lernen zwei Frauen kennen. Arkadij – der Sohn – verliebt sich in eine Frau, die ihn aber nicht beachtet und ihre Liebe dem Freund – Basarow – schenkt. Arkadij tröstet sich in der jüngeren Schwester, die die Rolle der Trösterin auch annimmt.
    Zwei Väter und zwei Söhne werden parallel dargestellt. Unterschiedlich ihr Verhalten, wie eben die Welt ist. Ein Stück Menschengeschichte aus dem russischen 19. Jahrhundert.
    Für Turgenjew ist Puschkin eine Jugendliteratur. Eine überholte Schreibweise. Er lässt Basarow über den Vater Arkadij sagen „Vorgestern sah ich, dass er Puschkin las.“ „Mach ihm doch bitte klar, dass so etwas einfach nicht mehr geht. Er ist schließlich kein Junge mehr; höchste Zeit, so einen Quatsch zu lassen. Kann es ihm den Spaß machen, in der heutigen Zeit Romantiker zu sein? Gib ihm etwas Gescheiteres zu lesen. … Büchners „Kraft und Stoff“ fürs erste.“ Für uns im 21. Jahrhundert sind beide alt. Aus der Zeit heraus betrachtet fühlt sich aber der eine progressiv und modern.
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